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Ansah beendet Saison kurz vor Ablauf der NADA-Frist

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Der deutsche Sprinter Owen Ansah hat seine Leichtathletik-Saison 2026 vorzeitig beendet, und das wenige Stunden bevor am 27. August eine entscheidende Frist der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) ausläuft.

Laut übereinstimmenden Berichten von n-tv.de und der Schwäbischen Zeitung (via dpa) teilte der 25-Jährige auf Instagram mit, er habe sich bei einer Trainingseinheit am Vortag eine kleinere Verletzung zugezogen.

Nach einem kurzfristig arrangierten MRT-Termin und in Absprache mit seinem Arzt habe er sich zur Saisonbeendigung entschieden. Damit fällt sein geplanter Start beim Istaf-Meeting in Berlin am Sonntag aus.

Ansah ist aktuell Europameister über 200 Meter. Bei der EM in Birmingham holte er Gold auf dieser Strecke sowie Bronze über 100 Meter. Außerdem hält er den deutschen Rekord über 100 Meter.

Der Vorwurf: Verweigerung einer Dopingkontrolle

Die NADA wirft Ansah vor, am 9. Juli eine Dopingprobe verweigert zu haben. Ansah bestreitet den Vorwurf.

Dem Bericht zufolge war der Kontrolleur außerhalb des von Ansah angegebenen Zeitfensters erschienen, als der Athlet gerade seine Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco vorbereitete und kurz zuvor bereits die Toilette aufgesucht hatte.

Bis Mitternacht des 27. August läuft die NADA-Frist aus. Ansah hat zwei Optionen: Er kann die von der Agentur vorgeschlagene Sperre akzeptieren oder die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beim Deutschen Sportschiedsgericht verlangen.

Zwei Wege, zwei sehr unterschiedliche Konsequenzen

Akzeptiert Ansah die Sperre, wird diese von den regulären vier Jahren auf drei Jahre reduziert. Er müsste seine EM-Medaillen aus Birmingham zurückgeben. Das wäre ein erheblicher sportlicher Verlust.

Entscheidet er sich für das Disziplinarverfahren, dürfte er trotz des laufenden Vorwurfs vorerst weiter an Wettkämpfen teilnehmen, ohne suspendiert zu werden. Das Deutsche Sportschiedsgericht würde dann über die Anträge beider Seiten urteilen.

Gegen dessen Entscheidung steht beiden Parteien sowie dem Leichtathletik-Weltverband und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) der Rechtsweg zum Internationalen Sportgerichtshof CAS offen.

Ansahs Anwalt Rainer Cherkeh hatte die Einleitung eines Disziplinarverfahrens laut n-tv.de bereits mehrfach angekündigt.

Was nach Fristablauf zu erwarten ist

Mit dem Saisonende bleibt offen, welchen Weg Ansah bis Mitternacht wählt. Die Verletzungsmeldung verändert die unmittelbare Wettkampfsituation, lässt die rechtliche Frage aber unberührt.

Entscheidet sich Ansah für das Schiedsgericht, wird das Verfahren den Herbst und möglicherweise den Winter prägen. Sportfans und Wettinteressierte, die Ansahs Starts in der Diamond League oder bei weiteren Großevents verfolgen wollten, müssen vorerst abwarten, ob und wann er wieder startberechtigt ist.

Quellen:

  • Europameister Ansah beendet Saison Stunden vor Doping-Entscheidung — n-tv.de
  • Vor Ablauf der Nada-Frist: Sprinter Ansah beendet Saison — ad-hoc-news.de (dpa)