Infantino tritt trotz UEFA-Strafverfahren und Investorenskandal 2027 wieder an
Gianni Infantino wird bei der FIFA-Präsidentenwahl im kommenden Jahr erneut kandidieren. Das hat eine Sprecherin des Weltfußballverbands gegenüber mehreren Medien bestätigt, wie n-tv.de und 20min.ch berichten.
Die Ankündigung fällt mitten in die schwerste Krise seiner zehnjährigen Amtszeit.
Die FIFA-Sprecherin erklärte, Infantino habe bereits im April seine Kandidatur angekündigt und daran habe sich nichts geändert.
Am Rande der U20-Weltmeisterschaft der Frauen im polnischen Katowice hatte der 56-Jährige zuvor noch ausweichend auf entsprechende Journalistenfragen reagiert.
Er verließ lächelnd die Presserunde und hob den Daumen. Einen Tag später folgte die klare Bestätigung des Verbands.
Investorenstreit als Auslöser des Konflikts
Der Ursprung der aktuellen Krise liegt in Plänen, die Infantino für eine Beteiligung privater Investoren am WM-Geschäft entwickelt hatte. Als diese Pläne publik wurden, lösten sie breite Empörung im Fußball aus.
Inzwischen sind sie zurückgezogen, doch der Schaden für Infantinos Ansehen ist geblieben. Seit 2016 führt er die FIFA, und eine weitere Amtszeit würde seine Herrschaft bis mindestens 2031 verlängern.
Die Europäische Fußball-Union UEFA reagierte auf die Investorenpläne mit der Vorbereitung eines Strafverfahrens. Der Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung, also die Verletzung von Treuepflichten zum Schaden der Organisation.
Eine formelle Anklage wurde bislang nicht erhoben. Infantino bestreitet, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.
FIFA schaltet US-Justiz gegen UEFA ein
Der Konflikt zwischen FIFA und UEFA hat sich inzwischen erheblich ausgeweitet. Die FIFA warf den europäischen Verbänden eine gezielte Verleumdungskampagne vor und schaltete nach Angaben von n-tv.de die US-amerikanische Justiz ein.
Gleichzeitig behauptet die FIFA, die UEFA verfolge wirtschaftliche Eigeninteressen, um finanzschwächere Verbände kleinzuhalten und die Dominanz europäischer Klubs zu sichern. Diese Vorwürfe kursieren auch in Fachkreisen außerhalb Europas.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gilt als einer der schärfsten Kritiker Infantinos. Der Slowene hat jedoch erklärt, nicht selbst gegen Infantino antreten zu wollen. Die UEFA setzt stattdessen auf andere Mittel, um die Wiederwahl zu verhindern.
Bewerbungsfrist bis November, Kongress im März
Der Zeitplan ist eng gesteckt. Die Frist für Kandidaturen läuft bis zum 18. November 2026. Gewählt wird Infantino, oder ein möglicher Gegenkandidat, beim FIFA-Kongress im März 2027. Wer genau gegen ihn antreten wird, ist derzeit offen.
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Ob Strafverfahren, Kongress-Mehrheiten oder politische Absprachen zwischen den Kontinentalverbänden den Ausgang bestimmen werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös einschätzen.
Feststeht, dass Infantino volle Unterstützung aus jenen Regionen erwartet, die von seiner Umverteilungspolitik profitieren, also vor allem aus Afrika, Asien und den CONCACAF-Verbänden.
Ob das reicht, entscheidet sich in Katowice begannen die Kulissen zu wackeln. Die Bühne für die Hauptentscheidung liegt in Zürich.
Quellen:
- Umstrittener FIFA-Boss Infantino tritt 2027 zur Wiederwahl an, n-tv.de
- Fifa-Präsident Infantino tritt 2027 trotz massivem Druck zur Wiederwahl an, 20min.ch